Hexen - Mythos und Wirklichkeit
Wie konnte es in der frühen Neuzeit zur Hexenverfolgung kommen? Welche Rolle spielte der Glaube an Zauberei und Magie im Alltag der Menschen? Welche Vorstellungen von Hexen haben sich in der Moderne durchgesetzt? In der Ausstellung "Hexen - Mythos und Wirklichkeit" beleuchtet das Historische Museum der Pfalz das Phänomen "Hexe" anhand der aktuellsten wissenschaftlichen Forschungen. Bestaunen Sie den Facettenreichtum dieses besonderen Themas: Begegnen Sie Gegenständen, denen magische Kräfte zugesprochen wurden, begeben Sie sich auf einen Exkurs in die Antike und werden Sie Zeuge einer juristischen Befragung.
In einem zeitlichen Bogen von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart widmet sich die Ausstellung den großen Themenkomplexen Hexenglaube, Hexenverfolgung und Hexenrezeption. Ausgehend vom Weltbild des 16. und 17. Jahrhunderts werden Sie Zeuge, wie eine Vielfalt von Ursachen die Voraussetzung für die Hexenverfolgungen schuf. Religionskonflikte, Kriege und kleine Eiszeit, damit verbundene Agrarkrisen, Hungersnöte und Krankheiten, aber auch der Beginn eines neuen Medienzeitalters prägten den Lebensalltag, in dem Magie schichtübergreifend selbstverständlicher Bestandteil war. Kostbar eingefasste Bezoare (Magen- oder Nierensteine von Wiederkäuern), denen der Schutz vor Vergiftung zugeschrieben wurde, zeugen ebenso davon wie geweihte Benediktusglöckchen zur Abwehr von Hexenzauber und Unwettern.
Nur wenige Objekte sind uns heute überliefert, mit denen angeblich tatsächlich gezaubert wurde. Mit dem Hexengürtel des zehnjährigen Hans Zink aus Bettingen präsentiert die Ausstellung eine solche Ausnahme. Die dazugehörige Gerichtsakte von 1629 dokumentiert den Prozess, in dem von einem Kind behauptet wurde, es könne sich nachts mithilfe des Gürtels in einen Hasen verwandeln.
Zur Ausstellung erscheint ein umfassendes Begleitbuch, das die neuesten Forschungen zusammenfasst und tiefe Einblicke in ein vertrautes und doch so fremdes Thema gibt.
Hexen - Krötenschleim und Spinnenbein
Eine Mitmach-Ausstellung des Jungen Museums Speyer
Glühend heißer Warzensaft, quell hervor mit ganzer Kraft.
Verbreite deinen faulen Duft, schieße in die dunkle Luft
und hole dann aus jeder Ritze kreischend deine Kugelblitze!*
*Isabel Abedi/ Barbara Scholz; kleine Hexengeschichten zum Vorlesen, Verlag Heinrich Ellermann, Hamburg 2002; Abras wildes Hexenwunder,S. 13
Wer träumt nicht einmal davon hexen zu können? Das Junge Museum lädt dazu ein, bei einem Erlebnisparcours durch die Ausstellung "Hexen - Krötenschleim und Spinnenbein" das Hexenzauberdiplom zu erlangen und gleichzeitig allerhand über die Welt der Hexen, der Zauberei und der Magie zu lernen.
In einer einzigartigen Mitmach-Ausstellung, die sich an Familien mit Kindern im Alter von vier bis zehn Jahren wendet, präsentiert das Historische Museum der Pfalz Speyer eine magische Welt voller Geheimnisse. Die großen und kleinen Besucher treffen auf ein Hexenhaus, betreten eine Hexenküche, lernen die Hexensprache mit ihrer Schrift, ihren Symbolen und Zaubersprüchen kennen und können sich sogar in der Kunst des Handlesen und Wahrsagens üben.
Auch in dieser Mitmach-Ausstellung gibt es wieder eine Verkleidungsstation, in der sich die jungen Besucher als Magier oder als junge Hexen verkleiden können.
Als Ort außerschulischen Lernens ist der Ausstellungsparcours darauf ausgerichtet, die Kreativität, das soziale Verhalten und die Geschicklichkeit der jungen Besucher zu fördern. Spannende Workshops, Club- und Ferienprogramme wie auch Lesenächte zum Thema Hexen und eine Hexennacht runden das Ausstellungsprogramm ab.
Begleitend zur Ausstellung gibt es eine "Hexenzauber-Box", die Kinder vor und nach ihrem Besuch im Historischen Museum der Pfalz Speyer mit Lektüre, Spiele und Bastelspaß versorgt.
Übernachten kann man im Lindner Hotel & Spa Binshof, Speyer. Hier gibt es passend zu den Ausstellungen ein "Hexen"-Sonderprogramm. Siehe Artikel unter Top Hotels.
- Links:
Historisches Museum der Pfalz
Domplatz, Speyer
"Hexen - Mythos und Wirklichkeit" und "Hexen - Krötenschleim und Spinnenbein" Mitmach-Ausstellung vom 13. September 2009 bis 2. Mai 2010


