Peinlich berührt …
Laut einem Artikel im Reader’s Digest ist uns Deutschen zu 45 Prozent das Auftreten unserer Landsleute im Ausland peinlich. Am meisten beschämt uns, wenn sich die teutonischen Mitbürger gegenüber den Einheimischen herablassend als Kolonialherren und –damen gerieren, sich schon beim Frühstück Hochprozentiges gönnen, sich stets und ständig bei der Reiseleitung beschweren sowie den Begriff „casual“ in Sachen Kleidung sehr großzügig auslegen.
Im Umgang mit den Mitmenschen lauern zahlreiche Fettnäpfchen auf uns, und dies nicht nur im Urlaub, sondern auch und vor allem im Alltag. Da sind die Ratschläge, die der legendäre Freiherr von Knigge vor über 200 Jahren gab, von überraschender Aktualität. Zumal es diesem nicht um das Aufstellen starrer Benimmregeln ging. Sein Anliegen war vielmehr der freundliche und respektvolle Umgang der Menschen miteinander.
In dem Buch „Eine Frage, Herr Knigge“ nehmen ein Nachfahre des berühmten Mannes, nämlich Moritz Freiherr Knigge, sowie Michael Schellberg die Frage unter die Lupe „Welche Umgangsformen brauchen wir noch?“.
Sie tun dies nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern geben auf sehr amüsante Art und Weise und ganz auf Augenhöhe mit dem Leser probate Tipps für Berufsleben und Freizeit. Wobei die formvollendete Ausführung eines Handkusses oder die Frage, ob Mann am Abend braune Schuhe tragen kann, weniger bedeutend ist, Vielmehr geht es um „manierliches“ Verhalten im Taxi, in der Kaffeeküche im Büro oder im Supermarkt, kurz: um alles, was eine aufmerksame und zuvorkommende Grundhaltung ausmacht.
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Bastei Lübbe Verlag
ISBN: 978-3404664184
7,95 Euro



