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Rincklake van Endert

Rincklake van Endert

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Top News | 28.10.08

Im Interview: Yachtausstatter Rincklake van Endert

Er ist der Marktführer im Innenausbau von Luxusyachten: Rudolf Rincklake van Endert über Luxus ...

Sehr geehrter Herr Rincklake van Endert,

Wie sieht für Sie eine schöne Yacht aus?
Für mich muss eine schöne Yacht ungewöhnlich sein, schnittig, mit schönen Linien. Das Geschäft ist allerdings wahnsinnig individuell und vor allem emotional. Jeder liebt etwas anderes und meine Kunden haben ganz bestimmte Vorstellungen darüber, wie eine Yacht auszusehen hat. Da kann und will ich mich eigentlich nicht festlegen.

Sie sind mittlerweile Marktführer im Yachtinnenausbau - Wie erklären Sie sich Ihren unglaublichen Erfolg?
Das liegt zum einen daran, dass wir dem Kunden zuhören und zum anderen, dass wir unseren Kunden sehr gut behandeln. Wir haben den Wettbewerb extrem gut studiert und wissen worauf es ankommt. Im Mittelpunkt steht aber bei uns immer der Kunde, die menschliche Verbindung, das nehmen wir hier sehr ernst und ich glaube, unser Kunde weiß das auch zu schätzen. Mittlerweile ist es so, dass wir empfohlen werden. Die kennen sich alle untereinander. Klar, dass das gut fürs Geschäft ist. Dennoch steht und fällt alles mit der Behandlung unseres Kunden. Manche Marktteilnehmer behandeln ihre Kunden nicht so aufmerksam – deswegen haben sie auch oft keinen Erfolg.

Wie sind Sie denn  zum Yachtausbau gekommen?
Den Betrieb meines Vaters habe ich 1974 übernommen. Zur damaligen Schreinerei gehörten noch einige Möbelhäuser. Zum Schiffsausbau bin ich in den 80er Jahren gekommen. Der Grund war eine Umstrukturierungsmaßnahme - wir wollten das Unternehmen neu ausrichten, auf anderen Märkten platzieren. Mittlerweile steckt unsere Arbeit zu 60 % im Yachtausbau, zu 15 % im Umbau und Reparatur von Yachten und der Rest in den Ausbau von Villen und Flugzeugen.

Welche Werte stehen für das Familienunternehmen – Rincklake van Endert?
Für Deutschland gelten Werte wie Zuverlässigkeit, Qualität und Verlässlichkeit. Diese Werte kann ich zu Hundert Prozent auf unser Unternehmen übertragen. Ich glaube viele Yachteigner und Superreiche arbeiten gerade deswegen gerne mit Nordeuropäern zusammen. Unser Unternehmen ist schrittweise gewachsen, wir können auf einen langen Erfahrungsschatz zurückblicken, das ist unser Wettbewerbsvorteil. Vor allem liefern wir aber Spitzen-Qualität, das wissen unsere Kunden und so etwas spricht sich rum.

Was unterscheidet Sie von anderen Unternehmen?

Wir haben von Anfang an nicht nur „um die Häuser herumgearbeitet“, sondern waren schon sehr früh international unterwegs. Die Firma kennt man im Ausland, wir sind sehr gut vernetzt, vor allem in England, Holland und in den USA sowie im Nahen und Mittleren Osten.

Wie würden Sie Ihr Unternehmen charakterisieren?
Wird sind Überzeugungstäter und ziehen alle an einem Strick. Wer das nicht tut, ist bei uns nicht richtig. Unsere Mitarbeiter „brennen“ für die Sache. Ich brauche Menschen um mich herum, die sich voll und ganz mit dem Unternehmen identifizieren. Maschinen kann ich kaufen, Hallen kann man bauen, aber Menschen muss man für sich gewinnen. So würde ich unsere Mitarbeiterphilosophie beschreiben. Mittlerweile haben wir 250 Mitarbeiter, ich kenne jeden persönlich.

Welche Berühmtheiten und Superreiche lassen bei Ihnen bauen?
Ich kann Ihnen leider nur einen Namen nennen, der offiziell freigegeben wurde - wir haben die Fortuna II für Juan Carlos, König von Spanien gebaut. Sie ist ein echtes Rennpferd auf dem Wasser – 65 Knoten! Die 140 Meter Yacht Al Salamah lief im Jahr 2000 für einen Saudi-arabischen Eigner vom Stapel. Das war die längste Yacht, an der wir bisher gebaut haben. Die 74 Meter lange Yacht Ilona VI haben wir ebenfalls gebaut, sie ist eine der spektakulärsten Yachten überhaupt.

Was lassen sich Superreiche einen Yachtausbau kosten?
Die Inneneinrichtung einer Yacht kostet circa 20 – 30 % vom Gesamtpreis und dieser beläuft sich im Durchschnitt auf 30 - 40 Millionen Euro je nach Größe. Bei einer Yacht dieser Größenordnung sind wir mit einem Daumenwert von 5 bis 7 Millionen beteiligt, abhängig von den Ansprüchen der Eigner.

Kennen Sie die alle auch persönlich?
Ja, das bleibt im Laufe der langen Bauzeit nicht aus – den einen kennt man mehr, den anderen weniger. Das hängt auch immer vom Kunden ab. Der eine interessiert sich mehr, der andere weniger für sein Projekt während der Bauzeit. Juan Carlos selbst war sehr interessiert und oft vor Ort, um sich einen Eindruck zum machen.

Und was macht ein Superreicher wenn mal etwas kaputt geht?
Wir haben einen weltweiten 24 Stunden-Reparatur-Service. Das heißt: wir sind, wenn es hart kommt auch innerhalb von 24 Stunden in Japan und beheben das Problem. Ich habe ein Montageteam von sechs Leuten – die machen das ganze gerne! (lacht)

Was sagt denn Ihre Familie dazu, dass Sie soviel unterwegs sind?
Naja, das ist der Preis für die Internationalität – Meine Kinder (33, 30 und 28) haben ja mittlerweile auch ein eigenes Leben. Dennoch: Wenn wir uns sehen, haben wir viel Spaß! Meine Lebensgefährtin hat Verständnis für meinen Job. Ich möchte allerdings schon weniger reisen, das habe ich mir für 2008 vorgenommen.

Zu guter Letzt: ...wenn der saudische Prinz, der gerade eine Airbus A380 gekauft hat zu Ihnen kommen würde und einen  Ausbau möchte, sagen Sie was…?
Das kann ich auch! Kein Problem, wir haben auch schon für die VIP-Jets der Lufthansa viel gemacht. Der kann gerne bei mir anrufen… (lacht)


Von: Julia Jost