Traumstrände - wie hier die Grand Anse auf La Digue - gibt es wie "Sand am Meer" auf den Seychellen. Wer zur Nebensaison reist wird sich nahezu allein an den Stränden tummeln können.
Top on the top: Der ultimative Ort für ein Jacuzzi-Bad zu zweit, inklusive Panoramablick auf den Indischen Ozean und weitere Inseln. Zu finden im Hotel "Chateau de Feuilles", Praslin.
„Bacardi Peeling“ Ein Besuch auf den Seychellen
Die Seychellen gelten als Traumziel. Sonne, ewig blauer Himmel, türkisfarbenes Meer, saubere Natur, luxuriöse Resorts – das ist der Stoff, aus dem die Urlauberträume sind. Vieles trifft für die Seychellen zu, manches aber nur bedingt. Wir von der TOPLIVING Online-Redaktion waren vor Ort. Lesen Sie unseren kritischen Seychellen-Report.
Es soll im europäischen Sommer auf die Seychellen gehen? Die erste Übung lautet: Machen Sie sich frei von den Klischees, welche die Bacardi-Werbung uns allen in den Kopf implantiert hat. Denn: Auf den Seychellen scheint nicht immer nur die Sonne, das Meer ist nicht immer nur spiegelglatt und smaragdgrün-topasblau und permanent ausgelassen läuft am Strand niemand herum, der nüchtern oder bei Trost ist.
Ganz im Gegenteil. Selbst im dortigen Winter werfen uns Temperaturen und Luftfeuchtigkeit um, sobald wie unser klimatisiertes Domizil verlassen. Dementsprechend „lustig“ geht es an den Stränden zu, vor allem dann, wenn es auch noch zu allem Übel zu regnen anfängt. Unterhaltsame Stunden sind garantiert, wer beispielsweise einige Stunden an der Anse Source d’Argent verbringt, dem Traumstrand auf La Digue. Das „Unterhaltungsprogramm“ läuft auf vollen Touren … etwa wenn matte, schlaffe Touristen durch den Sand laufen, auf der Suche nach einem schönen Plätzchen, die Nerven der (zumeist) Paare sicht- und hörbar gespannt, besonders wenn's eben mal wieder regnet, Sand und Salz bedecken Haut und Hausrat, die Gesichter werden immer gleichgültiger in die schöne Landschaft gereckt, aber dann: ein Foto für die daheim Gebliebenen! Man rafft sich auf, man lächelt, nein, man strahlt, man „posed“, man küsst sich gar vor dem Selbstauslöser, noch eine Aufnahme, noch eine, immer noch nichts? noch eine, was soll's, das lohnt sich, schließlich sollen die Zuhause neidisch sehen, wie toll alles war und wir so glücklich, wie noch nie ... Nach dem Fotoshooting … zurück auf’s Handtuch, den Tag verdöst, griesgrämig in den eher grauen denn blauen Indischen Ozean geguckt. Die Stimmung? Bacardi Peeling … Hoffentlich gibt’s bald Abendessen … denn wirklich viel los ist nicht. Einkaufen kann man (fast) nichts, es gibt so gesehen auch keine schönen Geschäfte. Der Grund dafür: die wirtschaftliche Lage des Landes, der Devisenbedarf der Regierung und die erheblichen Transportkosten auf die Inseln. Aber zum Shoppen kommt sowieso niemand auf die Seychellen – die Inseln sind etwas für Naturliebhaber und Ruhebedürftige. Nachmittags also zurück ins Hotel, vorbei an einer Autobatterie, einem weggeworfenen Kinderwagen, dort liegt auch eine Mikrowelle im Graben, hier ein Berg von Plastikflaschen … mit dem Umweltgedanken im Kleinen hapert es noch gewaltig, dabei leisten die Seychellen im Großen Beachtliches hinsichtlich des Naturschutzes.
Aber jetzt zum Reisebericht:
Es ist Juni 2008. Winter auf den Seychellen. Und das bedeutet: Es ist täglich annähernd 30 Grad heiß, die Luftfeuchtigkeit liegt bei „nur“ 70 bis 80 Prozent, es gibt Wolken, es gibt des öfteren einen warmen Regenguss, die Brandung ist vielerorts stark, das Meer hat nicht überall das Smaragdgrün, das man von den Kitsch-Postkarten kennt (weshalb die Fotografen mit den Models lieber in den Monaten Februar und März anreisen). Für uns ist es damit die ideale Reisezeit, denn nicht nur das Klima ist für uns Mitteleuropäer besser verträglich, sondern es ist auch sehr viel ruhiger auf den Inseln als sonst.
Unser erstes Ziel heißt La Digue. Wir schweben von Mahé aus, wo sich der internationale Flughafen befindet, mit dem Hubschrauber ein. Ein schöner, ruhiger, zirka zwanzigminütiger Flug, knapp über dem Meer. Unser Tipp: Nehmen Sie nicht die Fähre von Mahé nach La Digue, denn das ist eine Strecke, auf der es nicht seefesten Menschen so gut wie immer schlecht wird.
La Digue ist die Kleinste der drei „großen“ Inseln auf den Seychellen, zu denen Mahé und Praslin zählen. Genau diese drei wollen wir besuchen. Das Inselfeeling wird man auf La Digue am ehesten spüren können: kaum Autoverkehr, dichte Wildnis im Hinterland, das hundert Meter vom Strand weg beginnt („bush“ nennen es die Einwohner), wunderschöne einsame Strände, eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt. Luxus darf man auf dieser Insel nicht erwarten, dafür jede Menge Natur, Beschaulichkeit, rasche Bekanntschaft mit den Insulanern (wenn man auf die Seychellois zugeht und kommunikativ ist) sowie Insel-Erlebnisse aller Art.
Der bekannteste und wohl meist fotografierte Strand auf La Digue lautet auf den schönen Namen Anse Source d’Argent und glänzt mit seinen weltberühmten Granitfelsen – der Strand aus der Bacardi-Werbung. Wer lieber lebhafteres Meer mag, sollte sich zur Grand Anse, auf der anderen Inselseite, begeben, wo man mit beachtlich hohen Wellen kämpfen kann und wo deswegen auch vor gefährlicher Strömung gewarnt wird. Ins Meer gehen sollte man hier bei Brandung wirklich nur so weit man stehen kann. Für die Romantiker (und Angsthasen) bleibt gleich nebenan die Anse Cocos, in der es auch eine kleine, geschützte Bucht gibt, in der sich entspannt schwimmen und prima schnorcheln lässt.
Auf La Digue bieten sich auch interessante Wandertouren an … sofern man die Pfade findet. Gewarnt sei eindringlich vor der Wanderung (ohne Führer), die von der Anse Cocos zur Anse Patates gehen soll. Jeder wird sich hier in Kürze verirren (so wie wir, obgleich „pfadfindertauglich“), da die Steige im Nichts des Dschungels enden. Sicherer ist eine Wanderung auf den 330 Meter hohen Gipfel des Nil d’Aigle – auch wenn man eine gute Kondition braucht, die teilweise steilen Passagen in der feuchten Hitze zu bewältigen. Oder ein Spaziergang durch das Gelände der L’Union Estate, eines renovierten und als Museum genutzten Pflanzergeländes. Allerdings: Wir empfanden das Areal als wenig attraktiv, ja lieblos. Der „Animateuer“, der zeigen sollte, wie man in einer funktionstüchtigen Kopramühle Kokosnüsse verarbeitet, schlief oder schwatzte lieber mit Freunden; die rund 50 Riesenschildkröten in ihrem schlammigen, ungepflegten Gehege führen ein eher trauriges Dasein.
Ansonsten ist La Digue ein Paradies, das man schwer beschreiben kann, man muss es selbst erleben. Hier bekommt Zeit eine ganz andere Dimension, sie „dehnt“ sich … der Tag hat – subjektiv empfunden – deutlich mehr Stunden als sonst. Wer direkt aus der Hektik unserer Zivilisation kommt, wird sich zunächst schwer tun, sich dem Inselrhythmus des schönen Nichtstuns anzupassen. Man muss es wieder lernen, dass man einfach nur sitzen und schauen und genießen kann, ohne Programm, ohne auf-die-Uhr-sehen, ohne Ziel.
Übernachten kann man auf La Digue in zahlreichen kleinen Pensionen, die überall auf der Insel verstreut sind. Hier unsere Tests.
Ruhe in der Inselmitte
Ruhig ist es (fast) überall auf der Insel, da nur wenige Transportautos fahren dürfen. Unser erstes Quartier, ein einfaches Guesthouse namens „La Diguoise“, liegt versteckt inmitten eines wunderschönen tropischen Gartens, eine kleine Idylle mit Palmen, Bananenstauden, Teich und Hibiskus-Büschen. Tagsüber ungestört auf der Terrasse dösen, den Vögeln und abends den Flughunden (die von den Einheimischen gerne in Curry-Gerichten verspeist werden …) zusehen, beim Abendessen mit der Managerin oder den Angestellten über das Insel-Dasein mit all seinen Freuden und Leiden plaudern ... So erfährt man eine Menge über die Besonderheiten des Insel-Lebens, ganz abseits vom Klischee. Das „La Diguoise“ verfügt über wenige Bungalows mit Basis-Komfort, Deckenventilator und Klimaanlage. Das Frühstück bekommt jeder Gast auf der Terrasse serviert – Rührei, frische Früchte, selbst gemachte Marmelade, Kaffee oder Tee. Auch abends kann man auf seiner Terrasse speisen – allerdings muss man sich dafür bereits am Morgen festlegen, da der Koch die Zahl der Gäste für das abendliche Viergänge-Menü wissen sollte. Unser Koch arbeitete tagsüber als Friseur auf der Insel, abends dann als Küchenchef – was seiner Kochkunst keinerlei Abbruch tat. Im Gegenteil. Unsere Empfehlung: Essen Sie im „La Diguoise“ – die Küche ist im Vergleich zu dem, was man sonst auf der Insel bekommt, überdurchschnittlich gut, frisch und abwechslungsreich.
Unser Fazit: Ambiente und Atmosphäre sind in diesem kleinen Guesthouse hervorragend. Und auch die Inselmittenlage empfanden wir als Gewinn – am Strand findet man sich sowieso immer wieder ein, zwangsläufig. Die Gastgeberin ist charmant und freundlich, ebenso das restliche Personal. Und sogar der Haus-Schäferhund „Sultan“ ist ein freundlicher Zeitgenosse. Ein stimmiges, sehr zu empfehlendes kleines Haus für Individualreisende. Preise: Pro Person/Nacht/ÜF ab 65 Euro (in der Nebensaison). Weitere Informationen unter http://www.diguoise.net
Komfort am Strand
Die „La Digue Island Lodge“ ist eine komfortable Hotelanlage mit 69 Zimmern. Man kann in einfachen oder Superiorzimmern nächtigen sowie in Chalets, die sich im Garten oder am Strand befinden. Wir wohnten in einem Strandchalet, sozusagen „in der ersten Reihe“. Das Chalet war gut und funktionell eingerichtet; als wohltuend empfanden wir auch die Privatheit des Chalets und den freien Blick auf das rund 50m entfernte Meer, den man von der kleinen Terrasse aus genießen konnte. Hervorzuheben: die durchgehend freundlichen Mitarbeiter im Service, die sich alle redliche Mühe gaben, auch wenn nicht immer alles klappte. Sehr stimmig auch die Architektur des offenen Restaurants mit Sandboden, auf dem sich die Angestellten barfuß tummeln konnten. Die Qualität des Essens war zufriedenstellend, das Angebot war in Ordnung.
Das Hotel bietet nahezu täglich kostenlose Ausflugsfahrten auf Segelschonern an (Picknick und Landegebühren sind freilich zu bezahlen), ferner gibt es einen kleinen Pool und den Strand vor der Nase. Leider lädt dieser Teil der Insel nicht zum Schnorcheln ein – zu Fuß erreicht man jedoch wunderschöne Schnorchelgründe innerhalb einer halben bis einer Stunde oder in kürzerer Zeit mit dem Fahrrad. Dieses ist das Hauptfortbewegungsmittel auf der Insel und man kann es sich überall ausleihen. Vorsicht ist bei Einbruch der Dunkelheit geboten (in den Tropen wird es übergangslos schon recht zeitig gegen 18 Uhr duster) – die meisten Insulaner fahren ohne Licht … Wer es gemütlich mag, kann sich auch gerne mit dem Ochsenkarren zu jedem Ziel auf der Insel befördern lassen.
Unser Fazit: Es muss nicht immer das führende Hotel auf einer Insel sein, um zufrieden und glücklich zu sein. Trotz mehr Platz im Chalet, trotz Strandlage und trotz abwechslungsreicherer Verpflegung fühlten wir uns in der angenehmen Atmosphäre des „La Diguoise“ wohler. Preise der „La Digue Lodge“: pro Person/Nacht/HP: von 90 Euro (Zimmer) bis 240 Euro (Strandchalet) in der Niedrigsaison. Weitere Infos unter http://www.ladigue.sc.
Weiter geht es mit der Fähre nach Praslin, die zweitgrößte der Seychellen-Inseln, berühmt vor allem durch das Unesco-Naturwelterbe Vallée de Mai, in dem man die Riesenkokosnuss Coco de Mer findet. Neben Praslin ist Curieuse-Island die einzige Insel, auf der die Seychellenpalme Coco de Mer endemisch beheimatet ist. Warum das so ist, können die Wissenschaftler bis heute nicht genau erklären. Auch hier profitieren wir von der Jahreszeit. Nur von ganz wenigen Besuchern „gestört“ wandern wir zusammen mit unserer Führerin Julita (unser Tipp: eine Privatführung lohnt sich unbedingt – pro Person zahlt man zirka 20 Euro) durch den stillen Park mit seiner archaisch anmutenden Vegetation. In der Hauptsaison schieben sich hier Gruppen bis zu 80 Personen durch – nicht auszudenken, wenn man an die eher engen Pfade dieses prächtigen, aber sehr kleinen Nationalparks denkt. In jedem Fall sollte man sich Zeit nehmen für diesen Park – zwei bis drei Stunden sollten es schon sein.
Praslin eignet sich mit seinen sanften und kaum steilen Hügeln auch gut zum Wandern. Es gibt einige Trails, die (so sagt man) verhältnismäßig gut zu finden sein sollen. Die Entfernungen sind nie weit, so dass man nach relativ kurzer Gehzeit Dörfer oder Strände erreicht. Wanderkarten gibt es eigenartigerweise aber nur auf Mahé im Fremdenverkehrszentrum.
Wohnen kann man auf Praslin in zahlreichen Gästehäusern, die von einheimischen Familien geführt werden und wo man die Insel sicher gut von ihrer privaten Seite kennenlernen kann. Wer hingegen perfekten Service und Luxus möchte, dem seien folgende Häuser empfohlen:
Luxus on the Rocks
Wer sich vom Wasser aus der Insel Praslin nähert, kann mit geübten Auge erkennen, wo sich das zur Relais&Chateau-Gruppe gehörige kleine Hotel „Chateau de Feuilles“ versteckt: Hoch oben auf den Klippen über dem Indischen Ozean mit atemberaubender Sicht auf die umliegenden Inseln, Berge, Strände und das Meer. Mit einem Wort: eine hinreißend schöne Lage, die nur sehr schwer zu übertrumpfen sein dürfte. Das Hotel der Luxusklasse hat neun Zimmer und besticht neben seiner umwerfenden Lage vor allem durch einen ungewöhnlich guten und persönlichen Service. Sebastian, der Hotelmanager, und sein Team vermitteln jedem Gast, dass er rundum erwünscht ist und kein Wunsch unerfüllt bleibt. Die Zimmer sind sehr geschmackvoll und mit moderner Technik eingerichtet. Blumen, Bäume, Vogelgezwitscher und das Geräusch der Brandung vermitteln einem das Gefühl, als sei man direkt im Paradies gelandet. Der nächste Strand ist zwar eine Viertelstunde (zu Fuß) entfernt, aber wen stört es, wenn man in kontemplativer Ruhe im Pool plantschen, die Ausblicke genießen oder den Spätnachmittag im schönst gelegenen Jacuzzi dieser Welt verbringen kann? Dieser liegt auf der höchsten Kuppe der Hotelanlage. Von ihm aus hat man einen sensationellen, fast 360 Grad Panorama-Blick auf Meer und Landschaft. Der Besitzer des Hauses hat mit Design, Architektur und Gartenanlage geradezu visionäre Genialität bewiesen. Die Küche des Hauses: frisch, regional und ambitioniert. Man darf nie vergessen: Man befindet sich auf einer Insel eines ostafrikanischen, bis vor kurzen kommunistischen Landes (die Regierung ist die gleiche geblieben), auf der auch die Beschaffung (nicht nur) von Lebensmitteln ein ständiges Problem ist. Es gibt nicht immer alles, auch nicht in den besten Häusern. So gesehen schneidet das „Chateau de Feuilles“ in unserer Wertung ganz oben ab. Manchmal duftete bereits am Nachmittag das Haus nach frisch gebackenem Kokos-Bananenkuchen … so dass man sich tagtäglich auf die Überraschungen freute, die es am Abend geben würde.
Insgesamt fühlten wir uns diesem Haus perfekt aufgehoben. Anderen Gästen ging es wohl ähnlich. Nirgendwo sonst hatten wir so viele gute Kontakte zu anderen Gästen als hier. Möglicherweise tragen dazu auch die gemeinsamen Aktivitäten bei, die das Hotel anbietet. Man ist entspannt, gut gelaunt, aufgeschlossen. Unbedingt mitmachen sollten Sie beim Schnorchelausflug (mit Barbecue) zur Grand Soeur, eine Insel, die dem Hoteleigentümer gehört und die nur Gäste des Hotels besuchen dürfen. Dort tummeln sich in der Regel nur der Inselverwalter und seine zwei Hunde, zwei Riesenschildkröten … und die Gäste des Hotels. Ein prächtiger Ort übrigens zum Schnorcheln. Ein noch besseres Schnorchelrevier ist um Coco Island (auch hier bringt sie das Hotelboot hin) – hier braucht man nur den Kopf unter das Wasser zu stecken, um riesige Schwärme bunter Fische zu beobachten, Muränen, Riesenrochen, Meeresschildkröten … und so manch gleißende Koralle, die so ganz langsam wieder wachsen.
Unser Fazit: Dieses kleine, feine Hotel (mit nur wenigen großzügigen Zimmern und Bungalows) vermittelt das Gefühl, bei Freunden zu übernachten. Wer Ruhe sucht und gutes Essen, unmittelbare Strandnähe nicht braucht, sollte auf Praslin mindestens drei Nächte in diesem Hotel bleiben. Preise pro Person/Nacht/Halbpension: ab 240 Euro (in der Nebensaison). Ab drei Tagen ist im Zimmerpreis ein Mietwagenpreis inbegriffen. Weitere Infos unter http://www.chateau.com.sc.
Golfen und Spa
Wer mehr „Entertainment“ auf Praslin sucht, wird im „Lémuria Resort“ gut aufgehoben sein. Das zur Constance-/Relais&Chateau-Gruppe gehörige Hotel hat eine Menge zu bieten: drei prächtige Strände (zwei direkt am Haus, einer – der schönste – zirka eine halbe Stunde zu Fuß zu erreichen), eine von Granitfelsen umgebene, terrassenförmig angelegte Poollandschaft, zwei Tennisplätze mit Flutlicht, einen hervorragend bestückten Fitnessraum (natürlich klimatisiert) sowie einen wunderschönen 18 Loch Championship Golfcourse der absoluten Spitzenklasse, integriert in die Hügel- und Strandlandschaft rund um das Hotel. Im „Le Spa de Constance“ wird auf hohem Niveau gearbeitet. Das Angebot reicht von Maniküre/Pediküre über Gesichtskosmetik bis hin zu verschiedenen Massagetechniken. Die Therapeuten sind gut ausgebildet und für sein Geld bekommt man einiges geboten. So kostet eine eineinhalbstündige Behandlung (Massage und Body-Scrub) etwa 120 Euro – und jeder Cent davon ist gut angelegt. Wer in dieser Zeit seine Kinder „abgeben“ will, kann das im „Turtle Club“ tun. Hier befinden sich ein Kinderschwimmbecken und zahlreiche andere Attraktionen für die kleinen Gäste. Gut auch, dass an beinahe allen Tagen Freizeitangebote für Abwechslung sorgen. Der Gast muss sich nur noch entscheiden, ob er Aqua Gymnastik, gemeinsame Wanderungen oder Joga wählt. Unser Tipp: Unbedingt mitmachen bei der Wanderung zur Anse Lazio, einer der Traumbuchten dieser Erde. Ein wenig schweißtreibend ist dieser Trip, aber unbedingt empfehlenswert, zumal der Führer viel versteht von einheimischer Flora und bereitwillig darüber erzählt.
Was uns sonst noch auffiel: Das außerordentlich freundliche Personal, zumeist aus Nepal, Mauritius und Indien. Eine Episode: Wir erwähnten einmal, dass wir gerne indisch essen – am Abend war (nur für uns beide!) ein mehrgängiges indisches Essen arrangiert. Wir waren beeindruckt! Die Zimmer sind eher minimalistisch gehalten, haben aber allen Komfort und eine eigene Terrasse oder Balkon. Gewöhnungsbedürftig war für uns das viele dunkle Holz, aber das ist freilich eine Frage des Geschmacks.
Das Essen im „Lémuria“ verdient besondere Erwähnung: Es war von allen Hotels, die wir auf den drei Seychellen-Inseln besuchten, sicher das beste: abwechslungsreich, frisch, regionale und internationale Küche, viel Auswahl, ambitionierte Köche. Gespeist wird primär im offenen Hauptrestaurant „Legend“, das etwa 30 Meter über dem Strand thront und von dem aus man einen prächtigen Blick auf Palmen und Pools hat. Wer hier abends sitzt, schaut und speist – für den ist die Welt in Ordnung.
Derzeit ist das Hotel-Management dabei, die Zimmer zu renovieren, mit aktueller Technik auszustatten und eine entspannende und großzügige „Departure Lounge“ einzurichten – Europäer mit Spätflügen werden dafür dankbar sein.
Unser Fazit: Dieses 5-Sterne-Hotel ist für Golfliebhaber ein Muss, aber auch für all jene, die ihren Urlaub gerne aktiv verbringen wollen. Personal und Qualität des Essens verdienen besonderes Lob. Preise pro Person/ÜF: ab zirka 210 Euro (in der Nebensaison). Weitere Infos unter http://www.lemuriaresort.com.
Vom winzigen Flughafen geht es mit einer kleinen Maschine weiter nach Mahé, der größten der Seychellen-Inseln, wo sich auch der internationale Flughafen befindet. Auf dem Weg zu den Hotels wird man fast immer die kleinste Hauptstadt der Welt kreuzen, Victoria. Die 25 000 Menschen zählende „Metropole“ hat alles zu bieten, was eine „richtige“ Hauptstadt so auszeichnet: Einkaufsstraßen, einen (sehenswerten) Markt, schöne alte Häuser im Kolonialstil, einen Hafen, Amtsgebäude, Kirchen, einen buddhistischen Tempel, Restaurants, Hotels … und eine einzige Ampel. In Victoria lebt und arbeitet fast ein Drittel der gesamten Bevölkerung der Seychellen.
Die Insel ist im Norden gebirgig, mit schroffen Küsten, im Süden sanft und hügelig. Grün ist es überall und wo es die schöneren Strände gibt, hängt ganz vom Auge des Betrachters ab. Im landläufigen Sinne wird der Süden als der schönere Teil angesehen, da es hier ruhiger ist, weniger Menschen wohnen und alles geruhsamer zugeht. Der Norden ist geschäftiger, hier ist das Zentrum des Tourismus; aber auch der Norden hat seine landschaftlichen Reize. Hier gibt es märchenhaft schöne Berge (zum Beispiel den „Trois Frères“) oder den Glacis Nationalpark mit seinen Wasserreservois und Naturschönheiten – in jedem Fall ist diese Gegend einen Tagesausflug wert.
Die Hotelauswahl auf Mahé ist groß. Vom kleinen Guesthouse über das Mittelklassehotel bis hin zum Luxusresort ist alles geboten. Wir haben uns für das Banyan Tree entschieden.
Hideaway für Romantiker
Kein Wunder, dass viele Honeymooner im Banyan Tree ihre Flitterwochen verbringen. Das Luxushotel ist geradezu prädestiniert dafür. 60 verschwiegene Villen (alle mit Privatpool und Gartenpavillon), liegen verstreut in den grünen Hügeln der Kokosplantagen-Anlage oder am paradiesischen Strand der Traumbucht Anse Intendance. Hier findet man genau die private Abgeschiedenheit, nach der sich Jungvermählte, aber auch gestresste Manager und andere Ruhesuchende sehnen. Die geräumigen Villen (die kleinsten knapp hundert Quadratmeter groß) sind geschmackvoll eingerichtet und haben alles, was des Verwöhnten Herz begehrt. Manchmal hapert es ein wenig am Detail und am Service, aber insgesamt kann sich der Gast in „seinen“ vier Wänden sehr, sehr wohl fühlen. Vor allem, wenn er von „seinem“ Pool aus auf die einsame Bucht schaut und sich am Farbenspiel des Himmels und des Meers erfreut. In solchen Momenten ist das Glück greifbar.
Das Resort hat großzügige Ausmaße und liegt am nördlichen Ende der Anse Intendance, die zu den zehn Traumstränden der Welt gezählt wird. Im Juni rollt die Brandung heftiger als sonst an den Strand, das Baden ist nur etwas für Geübte, da es starke Strömungen gibt. An unmittelbarer Ufernähe jedoch kann kaum etwas passieren und alle, die das Spiel mit den Wellen lieben, werden hier auf ihre Kosten kommen. Die ängstlicheren Gemüter begnügen sich mit den wunderbaren Ausblicken auf den Ozean und dem Schwimmen im prächtigen Infinity- oder im Private-Pool.
Das Essen gestaltet sich im Banyan Tree gelegentlich problematisch. Wir empfanden die Qualität der Speisen und vor allem den Service im Hauptrestaurant „Au Jardin d’Espices“ als der sonstigen Klasse des Hotels nicht angemessen. Besser fühlten wir uns im Banyan Tree typischen Thai-Restaurant „The Saffron“, wo südostasiatische Küche in guter Qualität und Manier gereicht wird. Das kreolische Restaurant „Chez Lamar“ haben wir nicht getestet. Das Frühstücksbuffet bot eine eher bescheidene Auswahl, und auch hier fiel erneut der Service unangenehm auf. Auf ein Omelette wartet man gut und gerne 25 Minuten … Positiv hervorzuheben ist gerade in diesem Zusammenhang die auffallende Freundlichkeit und Professionalität der Mitarbeiter der Bar „La Varangue“ mit ihrer großen Terrasse zum indischen Ozean. Hier fühlten wir uns wohl und so aßen wir hier gelegentlich sogar zu Abend, da wir freundlich servierte Snacks der wenig einladenden Atmosphäre des Hauptrestaurants vorzogen.
Das Spa des Resorts ist ein kontemplativer Tempel der Schönheit, der inmitten auf einem Hügel liegt. Von den nach allen Seiten offenen Räumen aus hat man einen wundervollen Ausblick auf das Meer und die Anse Intendance. Im nach Räucherstäbchen duftenden Behandlungsraum nimmt man zunächst einen aromatischen Tee und genießt ein warmes Fußbad. So eingestimmt entscheide ich mich für die 90-Minuten-Massage „Island Dew“, die für empfindliche Haut geeignet ist und nur einen mäßigen Druck ausübt. Das Motto der Spa-Spezialisten lautet: high touch – low tech, mit anderen Worten: statt zuviel Technik lieber menschliche Zuwendung und der Einsatz von wertvollen Kräutern und Ölen – alle Sinne sollen angesprochen werden. Und genau das geschieht. Die Behandlung ist eine Wohltat, es könnte stundenlang so weitergehen … Nach der Massage gibt es noch einen anregenden Ingwertee, dann geht es zum Ruhen ins eigene Zimmer. Meine Erfahrung: Man arbeitet hochprofessionell und sehr gekonnt. Jeder Handgriff sitzt, die Behandlung ist Wohltat pur.
Natürlich ist das Angebot sehr groß. Wer es lieber „härter“ mag, sucht sich eine hawaiianische „Lomi-Lomi“-Massage aus, wer eine ölfreie Behandlung vorzieht, wird mit „Asian Blend“ glücklich sein. Und wer es einfach nur angenehm und schön mag, dem sei „Balinese Lulur“ empfohlen. Jede Behandlung ist eine fernöstliche Zeremonie an sich, die zur vollkommenen Entspannung führt. Die verwendeten Kosmetikprodukte auf reiner Naturbasis werden eigens für die Banyan Tree Gruppe entwickelt und nur dort verwendet.
Wer es sportlicher mag, kann wandern, Kanu fahren, Ausflüge zu Nachbarinseln unternehmen, Schnorcheln, Tauchen oder Hochseefischen. Nicht zu empfehlen ist das Fitnessstudio des Hotels: leider billige Geräte, die teilweise sogar gefährlich sind, weil nicht (mehr) funktionstüchtig. Wir waren einmal dort, dann nicht wieder. Seit einiger Zeit besitzt das Hotel einen eigenen 500 000 Euro teuren Luxus-Katamaran, den man samt Mannschaft und Butler mieten kann (Preis auf Anfrage). Ein wunderschönes Boot mit mehreren Kabinen und jeder erdenklichen Annehmlichkeit an Bord. Sicher eine schöne Alternative für Seetüchtige.
Was uns noch auffiel: das Entgegenkommen des Hotelmanagements am Tage unserer Abreise. Das Banyan Tree verfügt zwar über keine Departure Lounge, aber man bot uns einen Raum, in dem wir uns aufhalten und frisch machen konnten, da unser Flug erst sehr spät ging.
Unser Fazit: Die große Stärke des Banyan Tree-Resorts sind die Privatvillen und die Lage. An den Details und der Qualität der Restaurants sollte das Hotelmanagement noch arbeiten, denn schließlich muss die Leistung immer in Korrelation zum Preis stehen, selbst auf einer Insel. Preis pro Person/Nacht/ÜF: ab zirka 300 Euro (in der Nebensaison). Weitere Infos unter http://www.banyantree.com/seychelles.
Auf Mahé gibt es noch zwei weitere Luxusresorts: Das Maia Luxury Resort & Spa an der Südwestküste sowie das Hilton Seychelles Northolme Resort & Spa an der Nordwestküste.
Angelika Schaller & Uwe Kremmin
- Links:
Weitere Informationen dazu auch über den Seychellen-Spezialveranstalter www.TrauminselReisen.de.



